Was ist meine Geschichte?

Ihr solltet wissen mit wem ihr es eigentlich zu tun habt - meine kleinen Geschichten und Philosophien des Lebens

 

Ich wurde am 11. Mai 1982 in Rum geboren. Meine Kindheit verbrachte ich in Arzl. Dort ging ich auch zur Volkschule. In meiner Kindheit hatte ich mit Asthma zu kämpfen. Aber mit einer sehr effektiven alternativen Therapie konnte ich diese Krankheit minimieren. Zusätzlich begann ich mit 6 Jahren Fußball zu spielen, obwohl meine Eltern bedenken hatten, da ich bei jeglicher Anstrengung einen roten Kopf bekam. Jedoch im Laufe der Zeit konnte ich mich gut adaptieren und die Beschwerden wurden immer weniger.

 

Es stellte sich heraus, dass dies meine große Begeisterung wurde. Von 6-14 Jahre spielte ich im Nachwuchs des FC Wacker Innsbruck. Da ich durchaus talentiert war, wurde ich regelmäßig in die Tiroler Auswahl einberufen und mit 14 Jahren kam ich ins BNZ Tirol. Ich durchlief alle Altersklassen, jedoch aufgrund von massiven Wachstumsschüben hatte ich in dieser Zeit sehr mit körperlichen Problemen zu kämpfen. Mit 15 Jahren hatte ich meine erste Knieoperation, da ich über 1 Jahr mit der Problematik des Morbus Schlatter zu kämpfen hatte und dann passierte während einem Schusstraining eine große Verletzung. Der gereizte Knochensehnenansatz löste sich und ich musste operiert werden. Schon ziemlich früh so eine große Verletzung zu erleiden ist natürlich sehr bitter. Ich machte 9 Monate fleißig Therapie, aber bei meinem ersten Spiel, das war gegen Rapid Wien in der Reichenau musste ich leider feststellen, dass ich noch nicht so weit war. Ich war immer ein schneller Spieler, aber bei diesem Spiel musste ich feststellen, dass ich noch nicht richtig sprinten konnte. Dazumal merkte ich schon, dass die Physiotherapie mich auf normale Belastungen vorbereitet hat, aber nicht auf die Sportart Fußball. Deswegen ist es mir in meiner heutigen Arbeit so wichtig Sportler, aber auch normale Patienten richtig auf ihre bevorstehenden Belastungen vorzubereiten. Dazu bedarf es eines richtigen Plans und konsequenter, harter Arbeit. Das ist aber genau der Bereich meiner Arbeit, besser gesagt meiner Berufung, der mich fasziniert und motiviert.

 

Ich hatte noch zahlreiche Verletzungen im Bereich meines Sprunggelenkes, meiner Wirbelsäule und Muskulatur, deswegen konnte ich mein Ziel Fußballprofi auch nicht erreichen. Nach der BNZ Zeit spielte ich noch 2 Jahre in Wattens in der Landes- und Tirolerliga. Aber Schlussendlich musste ich schon mit 21 Jahre meine Karriere beenden, da ich zum 2. Mal an meinem Sprunggelenk operiert wurde, aber es nicht mehr so wurde, dass ich leistungsmäßig Fußball spielen konnte.

 

Aufgrund meiner zahlreichen Verletzungen und der folgenden Physiotherapien war es wie eine Berufung mich in diesem Bereich zu verwirklichen, da ich der Überzeugung war, dass ich mit einer besseren Betreuung einen erfolgreicheren, gesünderen Weg im Fußball einschlagen hätte können.

 

Nach meiner Volkschulzeit in Arzl ging meine schulische Karriere weiter im Gymnasium Sillgasse. Nach der Unterstufe wurde ich „auserkoren“ ins BORG für Leistungssportler zu wechseln. Trotz vieler Bewerber schaffte ich es unter 5 Fußballern dabeizusein. Dabei musste ich u.a. 3 Sichtungstrainings absolvieren. Ich war 15 Jahre alt und vor diesen Trainings hatte ich Beschwerden mit meiner Leiste und meinem Sprunggelenk. Um aber dabei zu sein lies ich mir das Sprunggelenk tapen und für den Leistenschmerz eine Spritze von meinem Hausarzt geben. Jedoch beim ersten Training konnte ich kaum Schießen da die Schmerzen in der Leiste sehr groß waren. 2 Tage später war das nächste Training. Mir war klar ich musste irgendetwas gegen meinen Leistenschmerz machen und das schnell. Deswegen suchten meine Eltern und ich nach einem guten Sportarzt. Und wir fanden auch einen. Am Tag des 2. Trainings besuchte ich seine Ordination. Seine Idee war ein Leistentape, das er davor erst bei einem anderen Sportler angelegt hat. Das war ein Bobfahrer vor Olympia!!!

Der Sportarzt legte mir das Tape an und als ich aus der Praxis ging, konnte ich gar nicht richtig gehen, da es vom Bauch über die Hüfte bis am Oberschenkel fixiert war und ich meine Hüfte nicht richtig strecken konnte. Mit der Zeit lies der Zug nach und natürlich mit meinem eingetapten Sprunggelenk fühlte ich mich wie in einer Ritterrüstung beim Training, aber erfreulicherweise hatte ich keinerlei Schmerzen bei diesem Training und es kam mir vor wie ein Wunder.

 

Diese Geschichte lehrte mich, dass besondere Situation auch besondere Maßnahmen erfordern, die ich heute in meiner Arbeit mit körperlichen Problemen immer wieder versuche zu finden. Es gibt für jedes Problem eine Lösung, man muss nur lange genug und akribisch danach suchen. Was ich aber auch aus dieser Geschichte herausnehme ist, dass es ein glatter Wahnsinn ist unbedingt mit 15 Jahren ein Training zu absolvieren mit solchen Beschwerden. Da muss man sich immer die Frage stellen, ist das langfristig der richtige Weg oder muss man seinem Körper in manchen Lebensabschnitten eine Pause bzw. reduzierte Belastung zugestehen.

 

Mit diesem Thema beschäftigte ich mich intensiv in meiner Ausbildung zum Physiotherapeuten (2002-2005), welche ich nach meiner bestanden Matura im Sport BORG, absolvierte. Ich stellte mir immer wieder die Frage warum war ich immer verletzt, was hätte mich vor den Verletzungen geschützt bzw. was hätte besser gemacht gehört. Deswegen verfasste ich in meinem 3. Und letzten Jahr meiner Ausbildung zum Physiotherapeuten meine Diplomarbeit mit dem Titel „Entwicklungsphase Pubeszenz – eine kritische Phase im Leistungssport am Beispiel Fußball“. Ich war sehr begeistert und motiviert bei meiner Literaturrecherche, da ich viele Gründe gefunden hatte warum auch ich in dieser Phase solche Probleme hatte. Da dies hier den Rahmen sprengen würde, könnt ihr eine Zusammenfassung auf meiner Homepage lesen. Nehmt euch die Zeit ist wirklich lesenswertJ

 

Nach bestandener Diplomprüfung 2005 war ich bereit für das Berufsleben. Ich hatte immer einen großen Drang im Sport zu arbeiten, deswegen betreute ich schon während meiner Ausbildung die Damenvolleyballmannschaft von TI. Ich war sehr jung, aber ich versuchte mit bestem Wissen und Gewissen eine gute Arbeit zu leisten. Einmal pro Woche kam ich beim Training vorbei und untersuchte und therapierte angeschlagene Spieler und ich fuhr durch ganz Österreich um sie bei den Spielen zu betreuen.

 

Als ich fertig war mit meiner Ausbildung suchte ich natürlich eine hauptberufliche Anstellung. Dabei fiel meine Entscheidung auf die Universitätsklinik Innsbruck Abteilung Chirurgie. Im Nachhinein gesehen bin ich sehr froh über diese Entscheidung, da ich einen breiten Bereich abdecken konnte. Auf der einen Seite hatten wir auf Stationen zu tun, um Akutfälle zu betreuen, wie Neuro-, Herz-, Gefäß-, Unfallchirurgie und Intensivstationen. Auf der anderen Seite hatten wir einige Behandlungen von ambulanten unfallchirurgischen Patienten, welche natürlich aus physiotherapeutischer Sicht interessanter sind. Auf alle Fälle hat mir diese Zeit, ich war 2 ½ Jahr dort, nicht nur fachlich viel gebracht, sondern auch menschlich. Natürlich war ich damals sehr enttäuscht gewesen, dass meine Fußballkarriere diesen Verlauf nahm. Ich hatte oft negative Gedanken und fand, dass der ärmster Mensch der Welt zu sein. In meiner Jugendzeit war Fußball die große Priorität. Das ganze Leben spielte sich nur um dieses Thema. In der Schule und Freizeit ging es immer um Fußball und man identifizierte sich auch nur über diese Sportart. War man gut – war man angesehen – man fühlte sich gut. Wenn man jedoch so wie ich stets verletzt war, hat man keine guten Argumente sich gut zu fühlen. Aber als ich meine Erfahrungen in der Klinik machte, gingen mir die Augen auf. Da waren Menschen, die nicht mehr selber aufstehen konnten, gehen oder aufs Klo gehen konnte. Manche hatten solche Schmerzen wie zum Beispiel auf der Nuklear- oder auf der Strahlenmedizin, wo viel krebskranke Patienten sind, dass sie sich den Tod wünschten. Dabei habe ich entdeckt, dass ich so mit mir und meinem Leben zufrieden sein konnte. Ich war am Ende meiner Arbeitstage immer so froh als ich auf meinen „relativ“ ;) gesunden Beinen selbständig aus der Klinik gehen konnte, meine eigene Wohnung hatte, eine super Familie und Freunde habe und relativ gesund war.

Das war ein sehr wichtiger Abschnitt in meinem Leben und ich versuche diese Gedanken auch meinen Patienten weiterzugeben. Natürlich sind die eigenen Probleme subjektiv immer die schlimmsten und ich will auch einen Rückenschmerz nicht banalisieren, aber man muss immer wieder versuchen die positiven Sachen in seinem Leben in den Vordergrund zu rücken. Oft werden die Leiden größer aufgrund der Wertigkeit, die man ihnen gibt. Wenn man seine Aufmerksamkeit von dem ablenkt was Leiden bewirkt und auf die schönen Seiten des Lebens lenkt, werden häufig auch die Leiden weniger.

 

Wie schon erwähnt, war es schon immer mein großer, innerer Drang als Physiotherapeut im Sport zu arbeiten. Und ich hatte/habe ja immer noch gute Bekanntschaften in der Fußballszene. Deswegen wurde mir noch während meiner Klinikzeit die Betreuung einer Landesligamannschaft den FC Union Innsbruck angeboten. Ein- bis zweimal die Woche kam ich nach dem Training und schaute nach dem rechten. Wenn ich euch sage, zurückblickend und in Anbetracht wo ich später arbeiten durfte, war mein Behandlungsraum an der Fennerkaserne ein richtiger Kult. Ich bekam eine Liege zur Verfügung gestellt, welche ihre Tage schon gezählt hatten. Ich hatte oft Angst dass sie zusammenbrechen würdeJ und der Raum war eine Abstellkammer mit schätzungsweise 5 m2. Aber ich war sehr glücklich neben meiner Klinikanstellung wieder dem Fußball nahe zu sein.

 

Und wie das Leben oft so spielt, bekam ich nach einem Jahr, ein neues Jobangebot von einer renommierten Sportpraxis in Innsbruck, wo viele Sportler und damals auch u.a. der FC Wacker Innsbruck seine Reha machten. 2007 fing ich an neben meinem 40 Stunden Job an der Klinik dort 2mal die Woche abends zu behandeln. Wie ihr seht arbeitsscheu war ich nie :)

 

Hier konnte ich wieder neue Erfahrungen in der Rehabilitation von Sportlern machen und nach einem Jahr, es war 2008 entschloss ich mich die Anstellung auf der Klinik aufzugeben und voll in diese Praxis einzusteigen. Das war natürlich ein bisschen ein Risiko, weil ich da freiberuflich arbeitete, aber ich war voll der Überzeugung, dass das wiederum ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung war.

 

Ein halbes Jahr versuchte ich mich als U10 Nachwuchstrainer beim FC Wacker Innsbruck, aber dann wurde mir schnell klar, dass ich mich auf meine Entwicklung als Physiotherapeut zu 100 % konzentrieren möchte. 2011 bekam ich die Anfrage zur Spielbetreuung bei den Tiroler Auswahlen, welche ich natürlich gleich annahm. Es ist heute für mich sehr interessant was aus den dazumalen Jungkicker geworden ist. Viele haben es nicht geschafft, aber z.b. ein Michael Lercher, der heute beim FC Wacker Innsbruck spielt, war dabei.

 

2012 wurde die Praxis Kooperationspartner von der Fußballakademie Tirol und es lag nah, dass ich den Part des Physiotherapeuten an der Akademie übernahm. es war das ein tolles Gefühl dort zu arbeiten wo ich als jugendlicher selbst versuchte den Traum fußballprofi zu verwirklichen. Jetzt war ich an der Quelle wo ich immer hin wollte und versuchte nun meine vor 7 Jahren verfasste Diplomarbeit in die Praxis umzusetzen. Es war für mich wie ein Dejavu. Vor knapp 15 Jahren war ich selbst einer von den Jungkickern, die den großen Traum hatten einmal wie Cristiano Ronaldo im Bernabeau aufzulaufen. Aber ich sah bei einigen der jungen Fußballern, die ich betreut habe wiederum eine Wiederholung meines eigenen Leidensweges.  Es gab Fälle die von 4 Jahren Akademiezeit 3 Jahre verletzt waren und wirklich auch von meiner Seite viel unternommen wurde um sie wieder fit zu bekommen. Jedoch habe ich auch gelernt, dass es im Fußball nicht nur um das Fußballtalent geht, sondern auch oft um das Talent einer körperlichen Robustheit. In einigen Fällen sah ich nun meine Verantwortung die Spieler aus dieser Spirale herauszunehmen, denn ihr Körper war einfach komplett überfordert von den erwarteten Belastungen, die sie meistern sollten. Oft gab es dann Diskussionen mit sportlicher Leitung, Trainer, Ärzten, aber vor allem Eltern, denen ich versuchte zu erklären, dass die momentane Belastbarkeit des jungen Spielers nicht für diesen Leistungssport ausreicht, aber gleich im Gegenzug wollte ich sie nicht einfach fallen lassen, denn oft sind das nur Phasen, die aber sehr lange, oft Jahre, andauern können. Meine Argumentation war folgende: Ist es wichtig, dass ihr Kind jetzt mit 14 Jahren unbedingt in dieser Struktur sich verheizt oder wäre es nicht sinnvoller 1 oder 2 Schritte zurückzugehen und nicht mehr die Erwartung zu haben, dass es 6 mal die Woche trainieren muss, sondern vielleicht in seinem Heimatverein 2-3 mal, um so die Belastung an die Belastbarkeit anzupassen. Ich wäre froh gewesen, wenn einer in meiner damaligen Situation, als ich von einer Verletzung in die nächste schlitterte, dagewesen wäre und mir das vorgeschlagen hätte. Vielleicht könnte ich dann jetzt noch Fußball spielen. Aber alles in allem war es für mich sehr spannend dort neue Strukturen zu implementieren und daran zu arbeiten dass die medizinische Betreuung professionalisiert wurde in den Bereichen der Rehabilitation und Prävention. Mir wurde folgende Arbeitsstruktur zur Verfügung gestellt: 2 Nachmittage für 3(!) Mannschaften. Nicht das was ich mir vorgestellt hatte, aber ich wollte unbedingt in diesem Bereich meine Ideen umsetzen.  Wie man sich denken kann, konnte ich unter diesen Umständen nur wenige Ideen und Vorstellungen umsetzen. Es fehlte einfach die Zeit und es beanspruchte viel an Idialismus.

Aber zurückblickend, nachdem ich später in viel professionelleren Strukturen arbeiten durfte, war das gar nicht so schlecht was wir da umsetzen konnten.

 

Jedoch war der Drang noch professioneller zu arbeiten bei mir sehr groß und irgendwie kam immer mehr das Gefühl hoch hier im eigenen Land nicht die professionellen Strukturen zu finden, die ich für meine Vorhaben benötigte. Deswegen überlegte ich mir wo ich diese finden könnte. So entschloss ich mich, mich bei unserem großen Nachbarn, dem FC Red Bull Salzburg, zu bewerben.

Red Bull scheinte mir die richtige Adresse zu sein. Im ersten Anlauf 2012 bekam ich eine Absage, jedoch 2013 als ich gar nicht mehr daran glaubte, bekam ich einen Anruf von Red Bull und nach ein paar Bewerbungsgesprächen bekam ich die Zusage. Mein neuer Arbeitgeber war die Akademie vom FC Red Bull Salzburg. Als alles unter Dach und Fach war, hatte ich ein riesiges Hochgefühl.

 

Dieser Schritt war aber privat gesehen kein leichter, da ich ja in Innsbruck meine Wurzeln hatte, meine Freundin, meine Familie, Freunde einfach mein zu Hause. Aber ich war überzeugt, dass ich weg musste, da ich in Innsbruck wie schon erwähnt nicht die Möglichkeiten sah so zu arbeiten wie ich es mir vorstellte.

In Salzburg angekommen war es für mich ein richtiger Flash. Nun war ich hauptberuflich für eine Mannschaft zuständig und sogar für die U15, jenen Bereich den ich immer betreuen wollte.

In der Akademie waren 3 Mannschaften (U15,U16,U18) mit jeweils einem Physiotherapeuten. Das war für mich von den Strukturen her ein riesiger Sprung. Aber meine U 15 Mannschaft hatte über den ganzen Saisonverlauf mit 4 Langzeitverletzten, die noch dazu zu den besten Fußballern zählten, zu kämpfen. Also stellte mich diese Aufgabe vor eine große Herausforderung, aber ich war voller Motivation und gab wiedermal 110% um Lösungen für diese Fälle zu finden. Was dabei einzigartig war, war die Zusammenarbeit mit meinem Trainer der U15. Wir diskutierten oft stundenlang konstruktiv und kritisch um die beste Lösung für den verletzten Spieler zu bekommen. Außerdem waren der Trainer und ich uns einig wir dürfen diese Spieler nicht zu früh wieder in den normalen Betrieb schicken, obwohl wir diese Spieler für eine erfolgreiche Saison dringenst benötigt hätten. Unser Ziel war sie in der U15 so aufzubauen, dass sie dann langfristig fit sind für die U16. Dafür ziehe ich jetzt noch den Hut, dass ein Trainer sich auf so eine Vorgehensweise einlässt. Weil wie es so oft im Nachwuchs heißt :“ Erfolge sind nicht wichtig, die individuelle Entwicklung jedes einzelnen ist wichtig“ das sind nach meinen Erfahrungen nur leere Floskeln. Aber so sehe ich nunmal Nachwuchsarbeit. Und eigentlich gehören in diesen Bereich die besten Trainer und Betreuer hin, denn hier gibt es viele zusätzlich Faktoren, die eine richtige Trainingssteuerung sehr schwierig machen.

Was bringt es mir, wenn du im Jugendalter nicht einsehen willst dass zur Zeit dein Körper überfordert ist in der Pubertät mit Wachstumsschüben und psychische Selbstfindung. Das Resultat kann sein, dass so wie in meinem Fall man mit schon 21(!) nicht mehr Fußball spielen kannst.

Also dieses Jahr war sehr intensiv und herausfordernd für mich, aber im nachhinein hat es sich ausgezahlt, denn unser Plan ging auf. Alle 4 Langverletzten waren in der darauffolgenden Saison fit und Leistungsträger.

 

Völlig überraschend kam ich dann ins Gespräch bei der 1. Kampfmannschaft bei FC Red Bull Salzburg. Ich hatte bislang nie die Absicht dorthin zu kommen, aber der leitenden Physiotherapeut suchte nach Verstärkung und hörte von meiner Arbeit. Nach längeren Gesprächen wurde es dann fixiert, ab neuer Saison 2014/15 wechselte ich zu den Profis. Ich konnte es kaum glauben wie schnell dieser Aufstieg ging und ich war sehr stolz dort anzufangen. Ein Treffen, das mir immer in Erinnerung bleiben wird, war jenes mit dem damaligen Trainer Roger Schmidt, dem ich vorgestellt wurde. Es war sehr angenehm und ich merkte, dass er sehr interessiert war was ich zu sagen hatte. Für mich verwunderlicherweise kam am nächsten Tag die Meldung „Roger Schmidt wechselt zu Bayer Leverkusen“. Ich konnte es kaum glauben dass Roger Schmidt mir so viel Beachtung schenkte, obwohl er mit seinen Gedanken wahrscheinlich schon ganz wo anders war.

 

Naja so schnell geht’s halt im Fußball. Bei er 1. Mannschaft waren nun 4 Physiotherapeuten und 1 Masseur. Wahnsinn vor 2 Jahren betreute ich noch nebenberuflich alleine 3 Mannschaften. Ich konnte es kaum erwarten zu sehen wie nun dort gearbeitet wird. es konnte natürlich noch professioneller und individueller gearbeitet werden. wir analysierten jeden spieler 2 mal im jahr und erstellten danach für jeden individuelle präventionsprogramme. Außerdem stand es an der hausordnung mit verletzten spielern bis zu 5 stunden täglich zu arbeiten. so stellte ich mir das immer vorJ

In der Saison 2014/15 durfte ich die Europa league miterleben. Wir waren in Glasgow, Villareal, Zagreb,… außerdem gewannen wir die Meisterschaft und den Pokal. Also sehr erfolgreich und ereignisreiche Zeit.

 

Zudem in der Saison 2015/2016 die irren Qualifikationsspiele gegen malmö. beim Hinspiel noch souverän 2:0 gewonnen, mussten wir uns noch mit einem 0:3 aus der Königsklasse verabschieden. Das Spiel in Malmö war von der Stimmung und Atmosphäre her einzigartig. sowas hatte ich noch nie erlebt, obwohl ich schon privat bei Bayern München, AC Milan, FC Arsenal und FC Barcelona Spiele besuchte. Das ausverkaufte Stadion bebte!!!

 

Im Frühjahr 2015 kam dann eine frohe Botschaft im privaten Bereich. Meine Freundin war schwanger. Mit meinen dazumal 32 Jahren auch nicht zu früh, war ich überglücklich aber auch verwundert, da meine Freundin und ich uns wirklich nicht oft gesehen haben. Dann kamen schon Gedanken „Wie geht’s weiter?“ Es gab 3 Möglichkeiten: Wir bauen ein Leben in Salzburg auf, ich gehe wieder nach Innsbruck zurück oder es bleibt bei einer Fernbeziehung. Letzteres schied gleich mal aus da eine Fernbeziehung mit Kind für uns nicht in Frage kam. Schlussendlich kam die Entscheidung: “Ich gehe wieder zurück nach Innsbruck!“ Ich ging dazumal nach Salzburg um meinen beruflichen Traum zu leben und ich bin überglücklich, dass ich das erleben durfte, aber zu sehen wie mein Kind aufwächst war mir wichtiger.

 

Am 1.11.2015 kam dann unser Matthias zur Welt. Ich musste am Vortag noch das Spiel in Altach betreuen und war schon ein bisschen nervös, dass ich nicht bei der Geburt dabei sein kann. Aber alles ging sich gut aus. Nach dem Spiel rief ich meine Freundin an und meine Schwiegermutter nahm ab und teilte mir mit, dass sie nun im Krankenhaus sei und es gut wäre wenn ich kommen würde. Ich stieg fast schon in den Mannschaftsbus ein, der aber über München nach Salzburg fuhr. Gott sei Dank ergab sich die Möglichkeit mit einem privaten Red Bull Auto über Innsbruck zu fahren. Um 23:00 kam ich im Krankenhaus an, aber es dauerte dann bis 6:34 bis Matthias das Licht der Welt erblickte.

Nun begann ein neues Leben für mich. Ich war stolzer Familienvater und ich gab bekannt dass ich mit 31.12.2015 bei FC Red Bull Salzburg kündige und wieder in meine Heimat Innsbruck zurückkehren würde.

 

Neben meinem privaten Glück freute ich mich auch auf die neuen Herausforderungen im Beruf. Ich wusste nun wieder mehr was ich wollte und was nicht. Ich resümierte die letzten 10 Jahre: Ich gab alles dafür, um meinen Traum, professionell im Fußball zu arbeiten, zu erfüllen. Dabei kam ich selbst und mein Umfeld oft zu kurz. Trotzdem bin ich bin sehr froh dieses Abenteuer FC Red Bull Salzburg gemacht zu haben.

 

Nun war es mein Wunsch in Innsbruck was zu finden, wo ich mein Know-How was ich bei Red Bull Salzburg, in meinen Ausbildungen zum Manual- Sporttherapeuten und Osteopathen erworben habe weiterzugeben, so wie das mein Weg ist und der sollte voller Engagement, Arbeitsfleiß, Transparenz und Ehrlichkeit sein.

 

In meinen neuen Praxismöglichkeiten im Menardi-Center DEZ habe ich optimale Voraussetzungen dies umzusetzen.

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